Gedichte Opern

Figaros Hochzeit

Opernführer

zu Beaumarchais Figaro…

 

Graf Almaviva , der als Mann

vermutlich in der Midlife-Krise,

macht sich an junge Mädchen ran,

um zu verführen das Gemüse.

Derweil die Gräfin singend leidet,

die ihren Gatten dennoch liebt,

weil sie der Graf seit langem meidet

und überhaupt sich achtlos gibt.

(Dafür sitzt meistens im Verstecke,

wo schmachtend er von Liebe singt,

der Page, dieser kleine kecke

Amor, der um ihr Mitleid ringt.)

Susanna, ihre schöne Zofe,

die auch ganz reizend tiriliert,

weshalb sie jeder Herr von Hofe

am liebsten selber hätt verführt.

Sie, als des Kammerdieners Braute,

mag keineswegs den Grafen achten,

da sie der Gräfin eng-Vertraute,

lässt sie den Herrn vergeblich schmachten.

Sie lockt den Alten in die Laube,

wozu die Damen Kleider tauschen.

Susanna trägt der Gräfin Haube,

die Gräfin lässt den Schleier bauschen.

Am Ende löst sich die Verwirrung,

und es enthüllt sich das Komplott.

Die Gräfin, noch in Kostümierung,

verzeiht –  und alles scheint im Lot:

Der Herr verzichtet mit Noblesse,

indem er ihr reumütig schwört,

trotz alten Rechts auf die Mätresse,

vielleicht hat man ihn doch bekehrt?

 

(Doch wenn die wundervollen Noten

von Mozart zu dem Text nicht klängen,

wer weiß, ob man dann je verboten

der Primae Noctis Liebes-Drängen?)

 

 

J. A.