Gedichte

Weißt du noch?

Frühling lässt uns manchmal ahnen,
wie die Welt so gut verwaltet –
und in regelmäßgen Bahnen
unser das Dasein sich gestaltet.

Doch mitunter gibt es Stürme,
die die Wipfel arg bewegen.
Schindeln fallen vom Getürme
und statt Sonne prasselt Regen!

Trotz des Wetters Kapriolen,
welche dich in deinem Leben,
manchmal fast vom Sockel holen,
war auch Glück dir reich gegeben:

Kamst in Meister Franzls Stuben,
als die Dritte nach zwei Schwestern,
noch vor Lucie und den Buben,
in das Beste von den Nestern.

Mit Gesang und guter Laune,
stiegt ihr später auf die Höhen.
Nicht nur hinterm Gartenzaune,
konnte man euch Kinder sehen.

Stets im Herzen treu gewogen,
bliebst du deinen Jugendzeiten.
Auch als du nach Prag gezogen,
andre Kinder zu begleiten.

Prag war auch die Stadt der Ehe.
Glücklich, trotz des Krieges Grauen,
weil die liebevollste Nähe
meist verlangt, sich auch zu trauen.

Was bald folgte zu beschreiben,
was uns brachte Krieg und Leid
und am Ende das Vertreiben,
lass mich hierzu schweigen heut…..

Weißt du noch?

Schließlich wieder neu beginnen
ganz von vorn, nach diesem Knick?
Einfach wagen und gewinnen!
„Pentenried“ hieß das Geschick.

Überhaupt begann das Leben,
wieder neu, an dieser Schwelle;
denn das Würmtal konnte geben
noch ein Kind – und eine Stelle.

Unsre schönsten Kinderjahre,
brachten uns in dieser Zeit:
Wandern, Singen zur Gitarre,
Liebe und Geborgenheit!

Und man konnte in den Jahren
sei´s mit Auto oder Rad,
in die Alpenwelt auch fahren.
Was man sehr genossen hat!

Später lockten euch Sirenen
und Ihr folgtet gern dem Lied –
zu den Stätten der Helenen –
weit entfernt von Pentenried.

Enkelkinder sind gekommen.
„Kinder“ wurden Mutter, Vater…
Immer habt Ihr teilgenommen,
wart uns Eltern und Berater.

Doch es gab auch schwere Wege.
Vatis Krankenzeit begann
und am Ende, trotz der Pflege,
nahm sie dir den Ehemann.

Manches wär noch zu berichten,
aus den bunten Lebensstunden.
Hundert Jahre in Gedichten
kann man nicht so schnell durchrunden!

 

Es wird in hundert Jahren wieder so ein
Frühling sein…

J. A.