Trauer um ein altes Haus
Es war nicht groß, jedoch von Ebenmaßen,
gebaut mit vielen kleinen Räumen,
mit Blumen ringsum und mit grünem Rasen,
und mit Gemüse hinter alten Bäumen.
Es war das Heim nach des Verlustes Grauen,
in dem Gebiet, das uns im Kreuzforst blieb.
Hier wollte man die neue Heimat bauen,
denn es war Frieden, nach dem schlimmen Krieg.
Die Steine grub man mühsam aus Ruinen,
und aus den Resten mancher Abraumhalde.
Das Bauholz wusste man sich zu gewinnen
aus Fichtenstämmen, aus dem nahen Walde.
Das Wasser, das man auch zum Bauen brauchte,
zogen die Frauen auf den Leiterwagen.
Sie brannten Kalk, der zischte, spritzte, rauchte,
dass ihre Hände heut noch Narben tragen.
Ein Ort entstand im stillen Forstgebiet!
Ein neues Leben, als der Mühe Lohnen!
Die neue Heimat hieß man Pentenried –
und konnte gut in ihrer Mitte wohnen.
Nun ist mein Herz voll wehmutsvoller Trauer,
nach jenem Haus, dem Urbild früher Zeiten.
Es ragt ein Loch, wo einst des Hauses Mauer,
denn „zu verkaufen“ sind Vergangenheiten!
J. A.
Im Anhang seht Ihr einige frühe Fotos von 1946 und 1949. Ich danke allen Spendern für die historischen Bilder! Das erste Foto stammt aus dem Nachlass von Onkel Walter – Architekt Walter Löschner, der auch die Pläne für die frühen Pentenrieder Häuser gezeichnet hatte. Hier sieht man eine Hütte, in der Siedler wohnten, während sie ihr Haus bauten.
Onkel Walters Haus ist verkauft und abgerissen worden. Ebenso das Haus daneben.





Liebe Jo!
Tausend Dank für den Blick zurück in die Gründerzeit Pentenrieds und unserer gemeinsamen Kinder- und Jugendjahre! Die Melodie des Gedichtes trifft genau meine Stimmung an diese Geschichte.. Servus! Heidrun
Das ist ja nett, liebe Heidrun, ich freue mich, dass die Erinnerungen an unser „old Pentenried“ auch dich erfreuen. Ja, wir hatten, parallel und auch freundschaftlich verbunden, eine interessante und durch die Umstände stark prägende Kindheit und eine wunderbare Jugend. Dafür bin ich heute noch dankbar. Ganz besonders gut fand ich auch, dass unsere Mütter seit dieser ersten Siedlerzeit, immer freundschaftlich verbunden blieben und selbst im höchsten Alter noch miteinander lachen und feiern konnten! Alles Gute! Servus und Danke! J. A.
So ein schönes Gedicht!!
Dankeschön! Es ist auch viel eigene Erinnerung mit hinein gekommen. Obwohl ich selber
noch ein Kind war und nicht bei der schweren Arbeit helfen musste. Ich freue mich sehr über das nette Echo! J. A.