Die Engel-Schwester

Johanna Amthor, Die Engel-Schwester, Bothel 2001, 70 Seiten

ISBN 3-8311-1304-1

erhältlich im Buchhandel zum Preis von 7,57 Euro

Eine moderne Kain-und-Abel-Adaption.

 

„Dieses Mädchen ist hochbegabt!“ sagten schon Gabrieles Lehrer. Und wenn Mama zu einem der Elternsprechtage in die Schule kam, meinte sie jedesmal: „Ich weiß eigentlich gar nicht, was ich bei meiner Tochter viel besprechen sollte! Sie ist so gleichmäßig gut, daß es schon fast langweilig wird, immer nur Lob zu hören!“

„Haben Sie nicht noch eine zweite Tochter an dieser Schule?“ wurde sie einmal von einer anderen Mutter gefragt.

Ganz plötzlich wurde es Eva wieder bewußt, daß Gabriele in Zukunft niemals mehr da sein würde. Wie konnte so etwas überhaupt möglich sein! Eva erinnerte sich daran, daß sie als Kinder nicht einmal eine Woche lang voneinander getrennt sein mochten – und was war das immer für ein herzzerreißender Abschied gewesen, wenn nur eine von ihnen auf Klassenfahrt ging.

 

3 Rezensionen aus amazon.de

Ein Erziehungsbuch

Dieses Buch ist sozusagen ein „unauffälliger“ und „unaufdringlicher“ Erziehungsratgeber. Geschildert wird in der vorliegenden Erzählung die Ungleichbehandlung zweier Schwestern aus Sicht der jüngeren Schwester. Sie erlebt die beliebtere, attraktivere und intelligentere Schwester mit latenten Haßgefühlen, die sie sich nicht einzugestehen vermag. Gerade für Eltern mit mehreren Kindern interessant.

 

Ein zum Nachdenken anregendes Buch für Eltern

Die Autorin schafft es in der vorliegenden Erzählung auf eindringliche Weise, Eltern zum Nachdenken anzuregen. In der zeitgenössischen Variante einer „Kain und Abel“-Begebenheit geht es um einen latenten Geschwisterkonflikt zwischen einer „unauffälligen“ und einer begabten Schwester, die nicht nur von den Eltern die entsprechende Mehraufmerksamkeit bekommt. Lesenswert!

 

lesenswert, nachdenklich

Sehr einfühlsam ein schwieriges Thema angefaßt: Schuldgefühle eines Mädchens nach dem Unfalltod der vom Schicksal sonst immer bevorzugten Schwester. Perspektive und Sprache sind zuweilen nicht ganz stimmig, überdies läßt Erzähler in einer abschließenden, impliziten Wertung (gute Eltern vs. schlechte Eltern) dem Leser kaum Freiheiten, es bleibt ein pädagogischer Nachgeschmack. Darüber tröstet aber die kunstvolle, an Spielfilme erinnernde Rückblendtechnik und die feine und trotzdem offene Charakterisierung der Schwestern hinweg, keinen Moment erliegt der Erzähler der Gefahr des Polarisierens in deren Darstellung. Trotz dieses „Schuld und Sühne“-belasteten Themenkreises dürfen die Figuren in schön erzählten Begebenheiten ihr Leben entfalten – gerade im Rückblick beweist die hinterbliebene Schwester ihre Ebenbürtigkeit vor der verstorbenen: der Tod fordert keine Sühne.

 

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