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Erinnerungen – Kapitel 8

Selbstgebaute Hütte

Pentenried

Die ersten Siedler im Wald

Wie eine kleine dreieckige Siedlung im Wald, sieht Pentenried von oben aus! erklärte der Pilot bei einem Rundflug.

Ja, mitten im Wald ist unser Ort entstanden. 2 Kilometer von Gauting entfernt, im mächtigen Kreuzlinger Forst und auf eigene Rechnung und Gefahr!

Vier Familien waren die ersten Pentenrieder gewesen. Sie alle stammten aus dem Sudetenland. Bald darauf trafen noch weitere Familien aus verschiedenen Flüchtlingslagern ein. Die Namen Goller, Guschl, Hüttl, Kraus, Schuldes, Witschel, Vater, Seidler, Ponzer, Frenzel, Lorenz, Löschner, Egerer, Brouczek, Biehlolawek, Heckl, Schörnich, Ostermann, Grimm, Hanika, Haubner, Schlosser, Papelitzky sind mir besonders im Gedächtnis.

Selbstgebaute Hütte

Laubhütte der ersten Siedler von Pentenried, 1946
Lit. Haus der Bayerischen Geschichte Bd 24

Während des Bauens lebten die ersten Siedler in primitiven, selbst errichteten Hütten, die wie Reisighaufen aussahen. Sobald aber der Keller eines Hauses fertig war, zogen sie mit ihren  Familien dort hinein.

Dazu zitiere ich einen Text aus dem Münchner Merkur, vom 24. April 1951 **

Mit Kopfgeld begonnen – mit Zähigkeit vollendet.

Von 4 auf 63 Häuser…

Die interessante Entstehung der Siedlung Pentenried geht auf den September 1947 zurück. Einige Flüchtlinge wurden darauf aufmerksam, dass in der Gemeinde Krailling das Gut Pentenried liegt, ein ehemaliges Wehrmachtsgut, mit größerem Gelände. Über die Bayerische Landessiedlung, der die Verwaltung und Aufteilung dieser Güter untersteht, wurde schließlich 42 Siedlern ein noch nicht gerodetes Waldstück zugewisen. Diese ersten Siedler fällten mit geborgten Sägen und Werkzeugen die Bäume.

Mit eigener Kraft und eigenen Ersparnissen, mit dem Kopfgeld nach der Währungsreform, begannen die Leute, die Keller zu bauen und erhielten erst dann einen Zwischenkredit der Bayerischen Landessiedlung in Höhe von 5000 DM pro Siedlerhaus. Im Herbst 1948 zogen die Siedler in die Keller ein. Unter größten Opfern wurde weiter gebaut. Eine besondere Schwierigkeit war die Wasserversorgung. Das Wasser, auch für den Bau, musste mit Leiterwagen vom Gut geholt werden.
Zit. Ende

J. A.

* Zit. Bayer. Landessiedlungs GmbH vom 14. Oktober 1948

**In dem Jahr  1951 wurde auch das Gut Pentenried unter Vertriebenen, vor allem unter Landwirten aus dem Böhmerwald und aus dem Egerland aufgeteilt

Siehe auch in Wikipedia „Pentenried“

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