Granit auf dem Brocken – Foto Wikipedia

Der Harz ist vor ca. 350 bis 380 Millionen Jahren durch die Zusammenschiebung mehrerer Erd-Platten entstanden. Etwa so, wie sich die Falten bei einem zusammen geschobenen Tischtuch bilden und zwar im Paläozoikum als variszisches Gebirge. Sogleich aber setzte auch die Erosion ein. An den 5 – 6000 m hohen Bergen bildeten sich immer mehr Ablagerungen, wurden heruntergeweht oder geschwemmt und überdeckten vor etwa 300 Millionen Jahren bereits mit einer dicken Schicht von Devon/Carbonmassen die Stümpfe der abgetragenen Höhen und Täler.

Im Erdmittelalter entstanden dann im Süden die Alpen. Sie wirkten sich auf den Harz und auf den Thüringer Wald so aus, dass sich auch hier wieder neue Berge bildeten, die sich von Süden nach Norden aufschoben, was man auch heute noch erkennen kann, weil alle Berge des Westharzes im Norden steil ansteigen. Durch diese neue Verschiebung aber werden auch wieder alte Strukturen des ursprünglichen variszischen Gebirges sichtbar.

Mitten in diesem Gebirge liegt ein mächtiger, harter Granitblock, der sich weniger schnell durch die Erosion abtragen lässt, als die umliegenden Höhen. Es ist der sagenumwobene Brocken. Bei seiner Entstehung durch vulkanische Eruption gelangten heiße Magmaströme in die Fugen der Umgebung und bildeten so mit ihren Erzen die Bodenschätze, (Vor allem Blei, Zink, Cu,) welche vor allem um Clausthal Zellerfeld und Goslar im Tagebau gewonnen werden konnten.

Durch das Aufstellen des Harzes aber wurden auch um den Brocken herum die alten Auflagerungsschichten aufgekippt und gaben interessante Funde frei.

Zwei geologische Linien treffen sich in dieser Höhe. Auf der einen Seite, wo die alten Gesteine hochkommen, ist es die Prae-Oberpermische Rumpfebene. Schräg von links nach oben ragt dagegen die Linie der Saxonischen Bruchstellen Tektonik. Kurz daneben findet sich der geologisch bedeutendste Punkt: die Fuchshalle, in der alle geologisch interessanten Stellen aufgedeckt sind.

Auch die Wetterscheide befindet sich in diesem Gebiet, mit einem großen Einfluss auf die Landschaft. Darum schneiden dort zahlreiche Wasserläufe tief in die Täler ein. Erst in den letzten tausend Jahren sind die mächtigen Buchenwälder der tieferen Regionen des Harzes gerodet worden. Nur die schnellwüchsigen Fichtenwälder wurden aufgeforstet.

Außer dem harten Buchenholz, das vor allem zum Ausschmelzen der Erze gebraucht worden ist, hat man auch das Wasser des Harzes als wichtigen Energiespender genutzt. Noch heute finden wir unzählige kleine Staubecken für Schaufelräder und andere Maschinen. (Diese kleinen Wasserbecken haben nichts mit den beiden großen Trinkwasser-Talsperren aus dem 20. Jahrhundert zu tun.)

(Bei der Vorbereitung einer Exkursion mit der Universität Bremen notiert.)

J. A.