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Jahresringe – Gedicht

Jahresringe

Fünfhundert Jahre zählt die Linde!

Mein Vater wies auf einen Stamm,

auf ihren Stumpf mit dünner Rinde,

wo man die Ringe zählen kann.

 

Die zeigten breiter oder schmäler,

wie einst die Linde sich ernährte,

als rund gedrehter Chronik-Zähler,

den uns die Witterung bescherte.

 

Ein breiter Reif lässt klar erkennen

viel Regen, Wind und Sonnenschein.

Dagegen zeichnen schmale Rinnen,

des Baumes Not durch Dürre ein.

 

Des alten Baums gekrauste Fläche,

die einen festen Stamm ergibt,

zeigt, wie auch Holz in Kraft und Schwäche

harmonisch sich zum Ganzen fügt.

Linde im Klosterhof Raigern – bei Brünn

J. A.

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