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Pegasus scharrt‘

Pegasus scharrt‘

Mein Pegasus scharrt‘ mit den Hufen,

nachdem er vom Turnier erfahren.

Wollte den Wettlauf gleich versuchen,

vergaß dabei die Zahl an Jahren…

Denn leider ist der Musengaul,

der mich seit langem schon bedichtet,

inzwischen alt und grau und faul

und hat die Mähne leicht gelichtet.

 

Einst stammte er aus Mährens Höh’n,

wo er als kleines, weißes Pferdchen,

nach Böhmen und nach Thüringen,

in Bayern fand ein Heimatherdchen.

Doch zog das Leben ihn beiseite,

indem er sich nach Norden wagte

und in der Lüneburger Heide

an Heideblüten dichtend nagte.

 

So kam manch Verslein noch zustande,

das seine Leserschaft erfreute…

Bis er im flachen, platten Lande

als Musenschimmel sanft ergräute.

Seither träumt er nur noch die Reisen

und freut sich, wenn ein andrer Dichter,

durch Nähe – und mit schönen Preisen,

geachtet wird, im Sinn von Stifter!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

P. S. Das Gedicht bezieht sich auf eine Einladung für eine Ausschreibung für Lyrik 2021

J. A.

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