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Reisen wir nach Utopia – Max Hayek der vergessene Dichter aus Mähren

Ein literarischer Stolperstein

für einen vergessenen Dichter

Jüdischer Friedhof in Mähren

 

 

 

 

 

Juni 2021

Ein schrecklicher Tornado hinterlässt eine breite Schneise der Verwüstung und des Leides über mehrere südmährische Dörfer. Es gibt Tote und Verletzte.

Aber er enthüllt auch die Spur zu einem fast vergessenen Dichter.

Max Hayek

Max Hayek, ein mährischer Lyriker wurde in Birnbaum, das heute Hrušky heißt geboren. Birnbaum liegt etwa zwischen Brünn und Wien. Früher gehörte es zur alten Habsburger Donaumonarchie.

Doch weder im Literaturlexikon, noch im Internet kann ich ausreichende  Informationen über Max Hayek finden. Nur ein Büchlein aus der Edition „Europa 2go“, das im Anthea Verlag Berlin erscheint, zeigt einen Einblick in einige Texte und Lebensdaten.

Max Hayek ist am 24. Dezember 1882 als Sohn jüdischer Eltern zur Welt gekommen. Über seine schulische Erziehung ist wenig bekannt.

In Wien arbeitet er als Korrespondent für verschiedene Zeitschriften- und Wochenschriften und wirkt als literarischer Übersetzer. Seine humoristischen – satirischen Texte erscheinen in anspruchsvollen Monatsschriften. In seinem Buch „Der Schriftendeuter…“ befasst er sich mit dem damals sehr bekannten Grafologen Rafael Schermann, der 1943 in einem sowjetischen Arbeitslager stirbt.

1918 heiratet Hayek die russisch-deutsche Malerin und Grafikerin Sascha Kronburg, die seine Bücher gestaltet.

Nach dem Anschluss Österreichs an das Hitlerreich, emigriert Hayek nach Frankreich und Belgien.

Aus Belgien wird er 1944 nach Auschwitz deportiert und ermordet.

In dem ansprechenden Büchlein von Martin A. Völker findet man kleine philosophische, oft leidenschaftliche Gedanken zum Sinn des Lebens und einige Gedichte. Beeindruckend erscheint mir dabei seine überreich-farbige Sprache sowie seine tiefe Gläubigkeit, die aus den Parabeln spricht.

Die Lyrik

Es gibt von Max Hayek ein sehr bekanntes Gedicht, das fälschlicherweise Hermann Hesse zugeschrieben wird.

„Mein Leben, das ich selbst gewählt , denn ungeboren, hab ich es bejaht.“

Und in der Zeitschrift „Jung Juda – die Zeitschrift für unsere Jugend“ –  Prag,  veröffentlichte er 1919 sein Gedicht:

Die Meister des Lebens

Geweihte und Echte vom Lichtgeschlechte!

Sie hat der Herr der Welt in seinen Schutz gestellt.

Und wird sie nicht fallen lassen: Sie wird er heben

Aus Pharisäerhassen in himmlisches Leben!

J. A.

 

Siehe auch mein Bericht über eine Reise nach Südmähren mit dem Adalbert-Stifter Verein München

Meine wenigen Informationen über Max Hayek stammen aus dem Internet – von Wikipedia und aus dem Büchlein von Martin A. Völker „Europa 2go“

Das Foto zeigt den jüdischen Friedhof bei Schaffa in Südmähren

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